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Ălfördermaximum
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Dem Konzept eines Ălfördermaximums (englisch peak oil) liegt die Beobachtung zugrunde, dass die Förderung von Erdöl aus bestimmten LagerstĂ€tten bereits lange vor der endgĂŒltigen Erschöpfung der Reserven aufgrund von mehreren Faktoren (u. a. geologisch, energetisch, technologisch und ökonomisch) ein historisches Maximum erreicht und die Produktion danach unumkehrbar abfĂ€llt.cite-ref-1[1] Das globale Ălfördermaximum ist das zeitliche Maximum der weltweiten Förderrate von Rohöl.
Es geht auf Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert ab dem Jahr 1949 zurĂŒck.cite-ref-2[2] Hubbert prognostizierte im Jahr 1956 das weltweite Maximum der (konventionellen) Ălförderung um das Jahr 2000.cite-ref-3[3] Die Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe stellte fest (Stand 2019), dass bei konventionellem Ăl bereits 2005 ein Plateau erreicht wurde und seitdem die Förderung stagniere.cite-ref-4[4] Das Fördermaximum fĂŒr unkonventionelle Ălförderung, wie etwa durch Hydraulic Fracturing, wird dagegen SchĂ€tzungen zufolge in der zweiten HĂ€lfte des 21. Jahrhunderts erreicht.cite-ref-5[5]
Anfang und Mitte der 2000er Jahre erhielt das Konzept durch eine Reihe von Veröffentlichungen und populĂ€rwissenschaftlichen BĂŒchern weltweite Aufmerksamkeit. Der Zeitpunkt und die Höhe des Maximums der gesamten Erdölförderung wurde durch die Einbindung von bislang nichtkonventionellen Vorkommen wie Tiefseevorkommen, Ălsande und Tight Oil, sowie sekundĂ€rer und tertiĂ€rer Methoden bei konventionellen LagerstĂ€tten zeitlich erheblich verzögert. Die Beobachtung, dass sich die statische Reichweite von Erdöl in den letzten Jahrzehnten kaum verĂ€ndert hat, fĂŒhrte zur ironischen Beschreibung als Erdölkonstante.
Contents
âą Kritik
âą Ălreserven
âą Zeitpunkt
âą Folgen
âą Siehe auch
âą Filme und Radio
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Entwicklung des Konzepts
Marion King Hubbert, damals leitender Ălexperte bei Shell und ein bekanntes Mitglied der Technokratischen Bewegung, prĂ€gte den Begriff 1956. Hubbert kannte den Verlauf der Ălförderung bei einzelnen Quellen und kleineren Ălfeldern, der sich grob einer logistischen Verteilung angleicht, und ĂŒbertrug dies auf die nordamerikanische wie globale Förderung. Mit der so erhaltenen bislang richtigen Prognose des Ălfördermaximums fĂŒr die Vereinigten Staaten erregte Hubbert Aufsehen; nach neueren Vorhersagen, beispielsweise von Seiten der Internationalen Energieagentur, sehen sich die USA allerdings in der Lage, in den kommenden Jahren ihr bisheriges Ălfördermaximum von Anfang der 1970er Jahre durch unkonventionelle Ălförderung wieder zu ĂŒbertreffen. Das globale Ălfördermaximum prognostizierte Hubbert (1974) fĂŒr das Jahr 1995. Die tatsĂ€chliche Entwicklung hat diese Prognose widerlegt.
2001 schlossen sich Geologen, Physiker, Energieberater und Publizisten, die sich mit dem Fördermaximum beschĂ€ftigen, in der vom Geologen Colin J. Campbell (â 2022) gegrĂŒndeten Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO) zusammen. Im ersten Jahrzehnt seit der Jahrtausendwende wurde ein weltweites Ălfördermaximum und eine danach drohende Verringerung der Ălförderung und deren Folgen in der Ăffentlichkeit diskutiert. Die groĂen Erdölproduzenten könnten ihre Produktion kaum weltweit ausweiten. Auch seien die offiziellen Zahlen der OPEC-Reserven höchstwahrscheinlich stark ĂŒbertrieben. In den 1960er Jahren sei der Gipfel der Neufunde von billigem, konventionellem Ăl gewesen und seit den 1980er Jahren werde mehr Ăl verbraucht als neues gefunden werde. Einige dieser Fachleute prognostizierten unter groĂer öffentlicher Aufmerksamkeit etwa zwischen 2010 und 2020 wegen abfallender Produktionsmöglichkeiten eine drohende globale Ălverknappung sowie erhebliche Preissteigerungen. In anderen, optimistischeren Szenarien wurde zunĂ€chst ein Plateau mit einem engen, aber nicht abrupt fallenden Ălangebot angenommen.cite-ref-6[6] Das prognostizierte stagnierende oder fallende Ălangebot wurde und wird teilweise mit der Forderung nach einer Energiewende verbunden.
Seit 2008 thematisierte auch die Internationale Energieagentur das globale Ălfördermaximum. Sie sah das Fördermaximum von konventionellem Erdöl bereits 2006 eingetretencite-ref-7[7] und betrachtet das Fördermaximum als möglichen Treiber fĂŒr Ălpreissteigerungen.cite-ref-8[8]
Kritik
Andere Fachleute und fĂŒhrende Vertreter von MineralölÂunternehmen halten das Konzept des globalen ĂlförderÂmaximums und davon abgeleitete zeitliche Prognosen fĂŒr unbrauchbar. Die komplexen VerlĂ€ufe der Förderung einzelner LĂ€nder seien nicht durch eine einzige Summenkurve mit einem einzelnen Peak zu beschreiben. Es ergebe sich ein Plateau beziehungsweise komplexere KurvenverlĂ€ufe. Damit sei ausreichend Zeit vorhanden, um andere EnergietrĂ€ger aufzubauen und technische Innovationen einzufĂŒhren. Ebenso wird von einigen Wirtschaftswissenschaftlern mit Hinweis auf technologische Neuentwicklungen wie auch die Historie der Rohstoffwirtschaft insgesamt in Frage gestellt, inwieweit endliche Ressourcen generell ein dauerhaftes Problem darstellten.
In den OPEC-LĂ€ndern wird das Thema gĂ€nzlich ausgeblendet und behauptet, es wĂ€re auch bei den derzeitigen Förderraten noch genug Ăl fĂŒr etliche Jahrzehnte vorhanden. Clive Mather, CEO von Shell Canada, sah die KohlenwasserstoffvorrĂ€te der Erde als âannĂ€hernd unendlichâ an.cite-ref-shell-canda-ceo-9-0[9] Der frĂŒhere Enron-Manager Robert L. Bradley Jr. beruft sich auf die subjektivistische Ăsterreichische Schule der Wirtschaftswissenschaften bei seiner Kritik am Ălfördermaximum, indem er betont, dass es auf den Nutzer ankommt, ob eine Ressource als nutzbar angesehen wird (Reserve).cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] Eine sehr Ă€hnliche These vertrat der emeritierte Ălgeologe Heinz Beckmann â 1999,cite-ref-12[12] als er darauf hinwies, dass VorrĂ€te an unkonventionellen Reserven die seinerzeit wirtschaftlich förderbaren Mengen weit ĂŒberschreiten, das Maximum der Ălförderung vielmehr aufgrund steigender Förderkosten eintreten werde.
Allgemeine Probleme, den Zeitpunkt zu bestimmen
Die Prognose des Zeitpunktes und der Höhe eines globalen Ălproduktionsmaximums ist aus mehreren GrĂŒnden mit groĂen Unsicherheiten behaftet. Schon die Erstellung einer Förderkurve nach der Methode Hubberts, die lediglich geologische Faktoren einbezieht und sich auf die Analyse der Förderung von Rohöl beschrĂ€nkt,cite-ref-13[13] ist problematisch, da hierzu eine genaue Kenntnis der weltweiten Förder- und Reservedaten erforderlich ist. In einer Reihe von LĂ€ndern, insbesondere wichtigen ĂlförderlĂ€ndern des Nahen Ostens, können diese Daten nicht von unabhĂ€ngiger Seite ĂŒberprĂŒft werden, da die nationalen Ălgesellschaften feldspezifische Detailangaben unter Verschluss halten.
In neueren Analysen werden hĂ€ufig neben konventionellem Ăl (Rohöl + Kondensat, d. h. FlĂŒssiggas) auch âunkonventionelles Ălâ wie Schwerstöl (nicht von selbst flieĂfĂ€higes Ăl) und Ăl aus Teersanden sowie sonstige flĂŒssige Kohlenwasserstoffe (synthetisches Ăl aus Gas und Kohle, Biokraftstoffe) einbezogen.cite-ref-14[14] Je nachdem, welche FlĂŒssigkeiten betrachtet werden, gelangt man zu unterschiedlichen Ergebnissen bezĂŒglich eines Förder- oder Produktionsmaximums.
Eine Reihe von Faktoren sind ĂŒberhaupt nicht modellierbar. Hierzu gehören z. B. die Auswirkungen von Krieg, Unruhen oder Sanktionen in wichtigen ĂlförderlĂ€ndern. Ebenso schwierig ist die Vorhersage der Auswirkungen von technischem Fortschritt und eines steigenden Ălpreises auf die Förderung.
Entsprechend weit auseinander gehen die Zahlen zu einem Ălproduktionsmaximum. Die Tabelle weiter unten gibt einen Ăberblick ĂŒber die verschiedenen Prognosen.
Weltweite Ălförderung
Die weltweite Ălförderung stieg (nach ersten Krisen und Zweifeln am unbegrenzten Fortgang der Förderung um 1920)cite-ref-16[16] zwischen 1930 und 1972 ungefĂ€hr exponentiell an. Abb. 4a zeigt diese Entwicklung. Mit den politisch begrĂŒndeten Ălkrisen 1973 und 1979/83 setzte das exponentielle Wachstum aus, die Ălförderung ging etwas zurĂŒck und stieg im Weiteren langsamer und nur noch linear an. Deutliche NachfragerĂŒckgĂ€nge gab es auch nach der Asienkrise und nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Die TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 in den USA drĂŒckten hingegen nur kurzfristig die Nachfrage nach Flugtreibstoff.
Mit der Erholung der Weltwirtschaft nach der Dotcom-Blase stieg die globale Förderung bis Mitte 2004 an, um dann trotz anhaltend starken Wirtschaftswachstums vor allem in der Volksrepublik China und Indien zu stagnieren, was zu einem starken Preisanstieg fĂŒhrte. Nach 2009 stieg die Förderung jĂ€hrlich um etwa 2 %, stĂ€rker als das globale BIP, was zu fallenden Preisen und vollen Lagern fĂŒhrte.
In WeiterfĂŒhrung von Abbildung 4a gibt die folgende Tabelle einen Ăberblick ĂŒber die Entwicklung des Angebotes an flĂŒssigen Brennstoffen seit 2000 (in 1000 Barrel/Tag, gerundete Werte), aufgeschlĂŒsselt nach Typ.cite-ref-17[17] Die Tabelle zeigt, dass sowohl die Rohölförderung als auch das Gesamtangebot bis zum Jahr 2009 stagnierten. Von 2010 bis 2015 stieg die Förderung bzw. Produktion wieder an. Wesentlichen Anteil an diesem Anstieg haben Produktionsausweitungen im Nahen Osten (Irak, Saudi-Arabien, Vereinigte Emirate), das Wachstum der kanadischen Förderung aufgrund der ĂlsanderschlieĂung,cite-ref-18[18] sowie der Wiederanstieg der US-amerikanischen Erdölförderung seit 2009.cite-ref-19[19]
| Jahr | Rohöl einschl. Kondensat | Erdgas- kondensat (NGL) | sonstige FlĂŒssigkeiten | Summe |
|---|---|---|---|---|
| 2000 | 68526 | 6376 | 982 | 75885 |
| 2001 | 68131 | 6693 | 1009 | 75834 |
| 2002 | 67290 | 6809 | 1095 | 75194 |
| 2003 | 69460 | 7058 | 1118 | 77636 |
| 2004 | 72597 | 7596 | 1187 | 81380 |
| 2005 | 73870 | 7900 | 1275 | 83046 |
| 2006 | 73627 | 8050 | 1446 | 83123 |
| 2007 | 73323 | 8244 | 1609 | 83177 |
| 2008 | 74302 | 8211 | 1976 | 84491 |
| 2009 | 73118 | 8349 | 2125 | 83592 |
| 2010 | 74881 | 8656 | 2696 | 86233 |
| 2011 | 74907 | 8844 | 2868 | 86620 |
| 2012 | 76416 | 9225 | 3041 | 88683 |
| 2013 | 76463 | 9401 | 3314 | 89180 |
| 2014 | 78350 | 9848 | 3515 | 91714 |
| 2015 | 80703 | 10162 | 3600 | 94466 |
| 2016 | 80772 | 10344 | 3810 | 94927 |
| 2017 | 81058 | 10658 | 3779 | 95496 |
| 2018 | 82868 | 11211 | 4011 | 98091 |
| 2019 | 82341 | 11599 | 4073 | 98014 |
| | Die Quelle wurde nachtrÀglich korrigiert, | bis 2019 sind die alten, | ab 2020 die neuen Zahlen. | |
| 2020 | 76036 | 11933 | 3781 | 93857 |
| 2021 | | | | |
| 2022 | | | | |
| 2023 | | | | |
| 2024 | | | | |
| 2025 | | | | |
ErlÀuterungen zur Tabelle:cite-ref-20[20]
Als Rohöl bezeichnet man das geförderte, von Wasser und Gasen bereits getrennte, jedoch noch nicht weiterverarbeitete Erdöl.cite-ref-21[21] Das aus den Teersanden Kanadas gewonnene synthetische Ăl wird hier ebenfalls zum Rohöl gezĂ€hlt. Rohöl besitzt von den in der Tabelle genannten FlĂŒssigkeiten die höchste Energiedichte und die gröĂte FlexibilitĂ€t bezĂŒglich Weiterverarbeitung.cite-ref-22[22]
Kondensat (NGL, engl. natural gas liquids) ist leichtes Ăl, welches als Nebenprodukt der Erdgasförderung und -verarbeitung anfĂ€llt. Kondensat, welches bei der Erdölförderung anfĂ€llt (engl. lease condensate), wird statistisch zusammen mit dem Rohöl erfasst. Es sind FlĂŒssiggase, die unter relativ geringem Druck flĂŒssig werden. FlĂŒssiggase werden im Zuge der Erdöl- oder Erdgasverarbeitung in Raffinerien gewonnen. Sie weisen nur etwa 2/3 des Energiegehaltes von Rohöl auf und können nur eingeschrĂ€nkt zu Transportkraftstoffen weiterverarbeitet werden.
âSonstige FlĂŒssigkeitenâ umfassen Biodiesel und Bioethanol sowie Orimulsion und aus Ălschiefer, Erdgas und Kohle gewonnenes synthetisches Ăl. Die vier letztgenannten Produktgruppen sind derzeit vernachlĂ€ssigbar, so dass man in dieser Kategorie die Produktionszahlen zu Biokraftstoffen wiederfindet.
Bei den âVolumengewinnen durch Raffinationâ handelt es sich um einen statistischen Effekt, der dadurch entsteht, dass das Rohöl im Zuge der Raffination zu kĂŒrzerkettigen Destillaten mit geringerem spezifischen Gewicht und damit gröĂerem Volumen weiterverarbeitet wird. Der Energiegehalt bleibt unverĂ€ndert. Trotzdem werden diese Volumengewinne hĂ€ufig zum âGesamtölangebotâ hinzugerechnet.
Nach der Jahrtausendwende wechselten sich Intervalle mit relativ konstanter Fördermenge (nach anderer Quelle) gerundet 75 Mio. Barrel pro Tag 2000â2002, 82â83 Mio. Barrel pro Tag 2005â2010, 92â95 Mio. Barrel pro Tag 2015â2019 ab mit zwei ZeitrĂ€umen mit ca. 9â10 % Wachstum dazwischen. Die Förderung von 94,961 Mio. Barrel/Tag im Jahr 2019 (34,7 Mrd. Barrel/Jahr, 5,5 mio. m3/Jahr) ĂŒbertraf nach dieser Quelle die von 2018 um lediglich 0,1 %cite-ref-23[23] und wurde als möglicher Zeitpunkt fĂŒr Peak Oil betrachtet, da der RĂŒckgang des Jahres 2020 um 7 % im Jahr 2021 nur teilweise aufgeholt wurde und dasselbe fĂŒr 2022 erwartet wurde.
Ălreserven
â
Hauptartikel
:
Ălvorkommen
Reservenangaben geben ĂŒblicherweise nicht die absolute Gesamtmenge des Ăls im Boden an, sondern nur die Menge, die mit verfĂŒgbarer Technik wirtschaftlich gefördert werden kann. Diese Menge hĂ€ngt sowohl von den geologischen Voraussetzungen (PorositĂ€t und PermeabilitĂ€t des Speichergesteins) ab als auch von der eingesetzten Fördertechnik und vom Ălpreis. Je höher der Ălpreis, desto teurere Technik lĂ€sst sich rentabel einsetzen. Die Grenze ist die energetische Kosten-Nutzen-Rechnung; sobald fĂŒr die Ălsuche, die Förderung und den Transport mehr Energie aufgewendet werden muss, als im geförderten Ăl enthalten ist, wird diese Förderung als Energiequelle unrentabel (vgl. Erntefaktor, engl. Energy Return on Energy Invested â EROI).
Die stĂ€rkste Auswirkung auf die Förderrate hat zum einen die Geologie (hoch permeable LagerstĂ€tten ermöglichen hohe Förderraten), zum anderen der Einsatz der sogenannten SekundĂ€r-Fördertechnik (zumeist das Einpumpen von Wasser unter das Ălfeld). Der Anteil des förderbaren Ăls an der Menge im Boden betrĂ€gt selbst beim Einsatz hochmoderner Technik nur etwa 35â45 % einer LagerstĂ€tte.cite-ref-zeit-17-2006-24-0[24]cite-ref-spiegel-browne-25-0[25] Die maximale Ausbeutung eines Ălfeldes â also die Erhöhung des Anteils an förderbarem Ăl â wird vor allem durch prĂ€zises Anbohren auch der kleinen Taschen eines Ălfeldes erreicht. Bohrungen können heute horizontal erfolgen, mit einer Genauigkeit von wenigen Metern auch sehr schmale ölfĂŒhrende Schichten erreichen und so den Entölungsgrad steigern.
InterpretationsspielrÀume werden von den ölproduzierenden Staaten oft genutzt, um ihre Reserven zu manipulieren. So entschieden 1985 die OPEC-FörderlÀnder, die lÀnderspezifischen Förderraten an die jeweiligen Reserven zu koppeln. Wer hohe Reserven aufweisen konnte, durfte mehr fördern und umgekehrt. Wie in Abb. 5 deutlich zu sehen ist, provozierte diese Entscheidung eine allgemeine Anhebung der Reserven der einzelnen Mitgliedsstaaten.
Um weiterhin Erdöl zu fördern, mĂŒssen neue Ălquellen entdeckt werden. Abb. 6 zeigt die Ălfunde von 1930 bis 2050 nach Campbell unter Zuhilfenahme der Methode der âRĂŒckdatierung von Ălfundenâ,cite-ref-rueckdatierung-aspo-d-26-0[26]cite-ref-rueckdatierung-basf-27-0[27] wobei die weiĂen Balken SchĂ€tzungen sind. Eingerechnet ist die jĂ€hrliche Fördermenge. Man erkennt die groĂen Ălfunde Ende der 1940er Jahre im Persischen Golf und die groĂen Funde Ende der 1970er Jahre in der Nordsee. Die meisten LagerstĂ€tten wurden allerdings in den sechziger Jahren gefunden. Laut Campbell nehmen die Funde â von einigen Ausnahmen abgesehen â bestĂ€ndig ab. Seiner Studie zufolge wird seit Anfang der 1980er Jahre mehr Ăl gefördert als neues gefunden.
Branchenexperten zufolge ermöglicht ein gestiegener Ălpreis, auch bisher nicht intensiv untersuchte Gebiete (zum Beispiel Sibirien) zu erkunden und unkonventionelle, bislang wirtschaftlich nicht lohnende LagerstĂ€tten auszubeuten. Dazu gehören Ălsande, hier vor allem die groĂen Vorkommen in Alberta in Kanada, Ălschiefer, Tiefseebohrungen, Sibirien- oder Alaska-Exploration, Bitumen etc. Leonardo Maugeri, ein Mitarbeiter des italienischen Ălkonzerns Eni, sah 2004 einen erheblichen Investitionsstau, da die Erfahrungen aus den 1980er Jahren mit dem Preisverfall aufgrund ĂberkapazitĂ€ten noch nachwirkten.cite-ref-science-28-0[28]
Die Ălförderung in einzelnen LĂ€ndern
Ăbersicht
Die nachfolgende Tabelle zeigt nach LĂ€ndern aufgeschlĂŒsselt die Fördermenge 2016 in Relation zur maximal erreichten Förderung. Einzeln erfasst sind LĂ€nder, die eine Förderung von mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag erreicht haben. Alle ĂŒbrigen LĂ€nder werden zu Regionen mit den entsprechenden aggregierten Förderraten zusammengefasst.cite-ref-29[29] Die Zahlen umfassen Rohöl einschl. Kondensat und FlĂŒssiggas. Nicht einbezogen sind Biokraftstoffe und die Volumengewinne durch Raffination. Abweichungen in der Aufsummierung (Weltölförderung) zur Tabelle oben (Summe der Spalten 2 und 3 fĂŒr 2016) sind durch die unterschiedlichen Quellen bedingt.
| Land | Jahr der HöchstÂförderung | FörderÂmaximum Barrel/Tag | Förderung 2016 Barrel/Tag | Förderung 2016 in Prozent des FörderÂmaximums | Trend (Jahr) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | 2015 | 12.757.000 | 12.354.000 | 97 | (2015) | Nach der Statistik von BP wurde im Jahr 2014 das bisherige Fördermaximum von 1970 ĂŒbertroffen |
| Saudi-Arabien Saudi-Arabien | 2016 | 12.349.000 | 12.349.000 | 100 | (2016) | Förderung stagniert; derzeitige FörderkapazitÀt nach eigenen Angaben 13,5 Mio. Barrel/Tag |
| Russland Russland | 1987 | 11.297.000 | 11.227.000 | 99 | (?) | Förderung z. Zt. noch langsam ansteigend |
| Iran Iran | 1974 | 6.060.000 | 4.600.000 | 76 | (2015) | Förderung durch die politischen VerhÀltnisse beeintrÀchtigt |
| Kanada Kanada | 2016 | 4.460.000 | 4.460.000 | 100 | (2016) | Förderung aus Teersanden; ansteigend |
| China Volksrepublik Volksrepublik China | 2015 | 4.309.000 | 3.999.000 | 93 | (2015) | Fördermaximum noch nicht erreicht |
| Mexiko Mexiko | 2004 | 3.824.000 | 2.456.000 | 64 | (2004) | Förderabfall |
| Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate | 2016 | 4.073.000 | 4.073.000 | 100 | (2016) | Fördermaximum noch nicht erreicht |
| Irak Irak | 2016 | 4.465.000 | 4.465.000 | 100 | (2016) | Förderung bei stabilen politischen VerhÀltnissen stark steigerbar |
| Venezuela Venezuela | 1998 | 3.480.000 | 2.410.000 | 69 | (?) | Förderung durch die politischen VerhÀltnisse beeintrÀchtigt |
| Norwegen Norwegen | 2001 | 3.418.000 | 1.995.000 | 58 | (?) | Förderabfall |
| Kuwait Kuwait | 1972 | 3.339.000 | 3.151.000 | 94 | (?) | Fördermenge stagniert |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich | 1999 | 2.909.000 | 1.013.000 | 35 | (?) | Förderabfall |
| Nigeria Nigeria | 2010 | 2.523.000 | 2.053.000 | 81 | (?) | Förderung durch die politischen VerhÀltnisse beeintrÀchtigt |
| Brasilien Brasilien | 2016 | 2.605.000 | 2.605.000 | 100 | (2016) | Fördermaximum noch nicht erreicht |
| Libyen Libyen | 1979 | 2.139.000 | 426.000 | 20 | (?) | Förderung durch die politischen VerhÀltnisse stark beeintrÀchtigt |
| Algerien Algerien | 2007 | 1.992.000 | 1.579.000 | 79 | (?) | Förderabfall |
| Angola Angola | 2008 | 1.901.000 | 1.807.000 | 95 | (?) | Förderabfall |
| Kasachstan Kasachstan | 2013 | 1.785.000 | 1.672.000 | 94 | (?) | Fördermenge stagniert |
| Indonesien Indonesien | 1977 | 1.685.000 | 881.000 | 52 | (?) | Förderabfall |
| Katar Katar | 2013 | 1.995.000 | 1.899.000 | 95 | (?) | Fördermenge stagniert |
| Aserbaidschan Aserbaidschan | 2010 | 1.023.000 | 826.000 | 81 | (?) | Förderabfall |
| Kolumbien Kolumbien | 2013 | 1.004.000 | 924.000 | 92 | (?) | Fördermenge stagniert |
| Ăbriges Amerika | 2006 | 1.806.000 | 914.000 | 51 | (?) | Förderabfall |
| Ăbriges Europa | 2003 | 1.484.000 | 983.000 | 66 | (?) | Förderabfall |
| Ăbriger Naher Osten | 2001 | 2.044.000 | 1.250.000 | 61 | (?) | Förderabfall |
| Ăbriges Afrika | 2008 | 2.403.000 | 2.027.000 | 84 | (?) | Förderung im Sudan durch Krieg beeintrĂ€chtigt |
| Ăbriges Asien/Pazifik | 2010 | 3.292.000 | 3.131.000 | 95 | (?) | Fördermenge stagniert |
| Welt | 2016 | 92.150.000 | 92.150.000 | 100 | (?) | Fördermaximum noch nicht erreicht |
Saudi-Arabien
Ăber zehn Prozent des weltweit geförderten Erdöls kommt aus Saudi-Arabien. Ein GroĂteil der saudischen Produktion wiederum stammt aus wenigen Riesenölfeldern, die schon vor Jahrzehnten in Betrieb genommen wurden und sich möglicherweise bereits in der Phase des Förderabfalls befinden. ZuverlĂ€ssige Angaben hierzu sind nicht verfĂŒgbar, da die Produktionsdaten Staatsgeheimnis sind und keine unabhĂ€ngigen Experten in Saudi-Arabien zugelassen werden.
Die saudische Ălförderung schwankte zwischen 8,9 Mio. Barrel/Tag im Jahr 2002 und 11,5 Mio. Barrel/Tag im Jahr 2012.cite-ref-30[30] Diese Produktionszahlen reflektieren jedoch nicht die geologischen Begrenzungen, das heiĂt, es sind nicht die maximal möglichen Förderraten. Vielmehr ist Saudi-Arabien als einer der wenigen noch verbliebenen Ausgleichsproduzenten (âswing producersâ) in der Lage, seine Produktionszahlen aktuellen Erfordernissen anzupassen.
Die maximale dauerhafte ProduktionskapazitĂ€t an Rohöl lag 2011 lt. IEA bei ca. 12 Mio. Barrel/Tag. Diese ProduktionskapazitĂ€t konnte voraussichtlich zumindest bis 2016 gehalten werden. Hinzu kommen 1,55 Mio. Barrel pro Tag an verflĂŒssigtem Erdgas (LNG) (erweitert auf 1,8 Mio. Barrel/Tag bis 2016).cite-ref-31[31] VerflĂŒssiges Erdgas ist in vielen Anwendungen ein Substitut fĂŒr flĂŒssige Brennstoffe aus Rohöl, z. B. als Treibstoff fĂŒr LKW, wenn auch mit geringerer Energiedichte.
Ende 2011 gab Saudi-Arabien bekannt, dass ein Investitionsprogramm in Höhe von 100 Mrd. Dollar zur Ausweitung der Rohöl-FörderkapazitĂ€t auf 15 Mio. Barrel/Tag bis 2020 eingestellt wurde. Als BegrĂŒndung wurden die erwartete Steigerung der Ălproduktion im Irak und die zunehmende Ălgewinnung aus Teersanden und Schiefer sowie schwĂ€chere Ălnachfrage genannt.cite-ref-32[32] Aus derselben Quelle geht hervor, dass Saudi-Arabien 2011 ein Ălpreisniveau von mindestens 92 $/Barrel (gegenĂŒber 60 $ im Jahr 2008) benötigte, um seine stark gestiegenen Staatsausgaben bestreiten zu können, und dieses Preisniveau durch FördereinschrĂ€nkungen verteidigen werde.
Der Inlandsverbrauch an Rohöl und flĂŒssigem Erdgas stieg in den letzten Jahren stark an. Er betrug im Jahr 2012 2,935 Mio. Barrel/Tag gegenĂŒber 1,578 Mio. Barrel/Tag im Jahr 2000.cite-ref-33[33] Der Ălexport (Rohöl + Kondensat + flĂŒssiges Erdgas) erreichte im Jahr 2005 mit 8,918 Mio. Barrel/Tag sein Maximum. Im Jahr 2012 wurden 8,595 Mio. Barrel/Tag exportiert.
Russland
Die Ălförderung auf dem Gebiet des heutigen Russland erreichte mit 11,484 Mio. Barrel/Tag ihr Maximum im Jahr 1987, also noch zu Zeiten der Sowjetunion. Nach deren Auflösung kam es aufgrund des Zerfalls der staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen zunĂ€chst zu einem starken Förderabfall bis auf ein Minimum von 6,062 Mio. Barrel/Tag im Jahr 1996. Seitdem konnte die Produktion nahezu in jedem Jahr wieder gesteigert werden und erreichte mit 10,643 Mio. Barrel/Tag im Jahr 2012 ein vorlĂ€ufiges Maximum.cite-ref-34[34]
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Ăberblick ĂŒber die Entwicklung von Ălförderung und -verbrauch in den Jahren 2002â2012 (in 1000 Barrel/Tag).cite-ref-35[35]
| Jahr | Förderung | Steigerung | Inlandsverbrauch | Exportsaldo* |
|---|---|---|---|---|
| 2002 | 7755 | | 2559 | 5196 |
| 2003 | 8602 | 847 | 2679 | 5923 |
| 2004 | 9335 | 733 | 2660 | 6675 |
| 2005 | 9598 | 263 | 2679 | 6919 |
| 2006 | 9818 | 220 | 2761 | 7057 |
| 2007 | 10044 | 226 | 2777 | 7267 |
| 2008 | 9950 | â94 | 2862 | 7088 |
| 2009 | 10139 | 189 | 2772 | 7367 |
| 2010 | 10365 | 226 | 2892 | 7473 |
| 2011 | 10510 | 145 | 3089 | 7421 |
| 2012 | 10643 | 133 | 3174 | 7469 |
âą Der Exportsaldo ist die rechnerische Differenz zwischen Förderung und Inlandsverbrauch. Er entspricht nicht dem tatsĂ€chlich exportierten Ăl. Zum einen werden beim Inlandsverbrauch gem. Definition von BP Biokraftstoffe einbezogen.cite-ref-36[36] zum anderen wird ein Teil des Ăls bereits im Inland weiterverarbeitet und erst dann exportiert, wobei sich ebenfalls volumenmĂ€Ăige Ănderungen ergeben (ârefinery gainsâ â Volumengewinn durch Raffination). Auf- oder Abbau von LagerbestĂ€nden wird ebenfalls nicht berĂŒcksichtigt. Der Saldo bietet jedoch einen Hinweis darauf, ob ein steigender Inlandsverbrauch eine Steigerung der Förderung ĂŒberkompensiert. Bei LĂ€ndern mit Förderabfall hat ein steigender Inlandsverbrauch zur Folge, dass die Exporte schneller abfallen als die Förderung.
Wie aus der Tabelle ersichtlich, konnte die Förderung seit 2005 nur noch langsam gesteigert werden. Es zeichnet sich ein Plateau ab. Der Exportsaldo stagniert seit 2010.
Auch die Internationale Energieagentur (IEA) sieht in einer Veröffentlichung von Anfang November 2011 die russische Ălförderung am Maximum. Die IEA prognostiziert, dass eine Fördermenge von etwa 10,5 Mio. Barrel/Tag bis zum Ende des Jahrzehnts gehalten werden kann. Danach soll ein langsamer FörderrĂŒckgang einsetzen. FĂŒr das Jahr 2035 wird eine Tagesproduktion von 9,7 Mio. Barrel erwartet.cite-ref-37[37] Andere Experten halten diese Annahme fĂŒr zu optimistisch und erwarten einen stĂ€rkeren Förderabfall.cite-ref-38[38]
Kasachstan und weitere Staaten der frĂŒheren Sowjetunion
Die Vorkommen der GUS-Staaten im Umfeld des Kaspischen Meeres sind noch in der ErschlieĂung. Erste geologische Gutachten in der Region in der zweiten HĂ€lfte der 1990er Jahre schĂ€tzen allein das sogenannte Kashagan-Feld auf etwa zwei bis vier Milliarden Barrel abbaubarer Reserven. Nach DurchfĂŒhrung von zwei Explorations- und zwei weiteren Bewertungsbohrungen wurden die offiziellen SchĂ€tzungen auf ein Volumen von zwischen sieben und neun Milliarden Barrel nach oben korrigiert. Im Februar 2004 hingegen, nach vier weiteren Explorationsbohrungen, lagen die neuen SchĂ€tzungen bei 13 Milliarden. Die im weiteren Umfeld zu findenden Ălvorkommen wĂŒrden laut BP noch erhebliche Reserven bergen.cite-ref-39[39]
Sonstige Staaten
Die Abb. 7 zeigt die Erdölproduktion auĂerhalb der OPEC-Staaten; die Daten sind ab 2004 SchĂ€tzungen. Der Förderanteil der OPEC macht etwa 50 % der gesamten Förderung aus. Die Grafik zeigt darĂŒber hinaus, dass das Fördermaximum der Ălproduzenten auĂerhalb der OPEC und der Russischen Föderation bzw. den GUS-Staaten (FSU, Former Soviet Union) im Jahre 2000 ĂŒberschritten wurde. In den OECD-Europa-LĂ€ndern sinkt die Ălförderung um etwa fĂŒnf Prozent jĂ€hrlich. Im Januar 2006 konnten noch etwa 36 % des Bedarfes aus eigenen Quellen gedeckt werden.cite-ref-info-40-0[40]
Entwicklung des Ălpreises
â
Hauptartikel
:
Ălpreis
Bisherige Preisentwicklung
Die weltweite Nachfrage nach Ăl schwankt mit der Konjunktur. Kurzfristige Preisschwankungen bei Ăl sind eng mit sicherheits- und regionalpolitischen Entwicklungen und BefĂŒrchtungen verbunden. Preisschwankungen alleine sind also kein Hinweis auf akute Verknappung. Ein deutlicher Effekt zeigte sich allerdings in der Zusammenschau von Preisen und Fördermengen: WĂ€hrend bis 2004 die oft spekulativen Preisschwankungen kurzfristig zu deutlichen Anpassungen der Fördermenge fĂŒhrten, reagierte danach das Angebot deutlich schwĂ€cher. Die sprunghaft verminderte PreiselastizitĂ€t wurde um 2012 so gedeutet, dass die groĂen Produzenten der OPEC am Fördermaximum operierten.cite-ref-41[41]
Prognosen
Da der Preis von Ăl stark von der Nachfrage und der gesamtwirtschaftlichen Situation abhĂ€ngt und andererseits ein sehr hoher Ălpreis auf diese rĂŒckwirkt (vgl. mit der sog. Demand Destructioncite-ref-42[42]), mĂŒssen Prognosen der Ălpreisentwicklung Annahmen ĂŒber die wirtschaftliche Entwicklung treffen. Ein SchlĂŒsselkonzept, das genutzt wird, um die Kopplung zwischen Angebot, Nachfrage und Preis zu beschreiben, ist das der PreiselastizitĂ€t, die angibt, wie stark sich die Nachfrage eines Produktes verĂ€ndert, wenn der Preis sich in kleinen Schritten Ă€ndert.
Die Prognosen fĂŒr die kĂŒnftige Entwicklung des Ălpreises zeigen daher eine groĂe Bandbreite.cite-ref-43[43]
Der Internationale WĂ€hrungsfonds hat hierzu im World Economic Outlook vom April 2011cite-ref-weo-2011-44-0[44] Szenarien vorgestellt, die eine Verknappung der Ălförderung einbeziehen. Zum einen betrachtet der Bericht die Entwicklung der Ălförderung und kommt zu dem Befund, dass wĂ€hrend des globalen Konjunkturaufschwungs Mitte der 2000er Jahre die Rohölförderung stagnierte.cite-ref-45[44.1] FĂŒr die WEO-Prognosen werden Modellrechnungen mit unterschiedlichen Szenarien betrachtet. Das Szenario mit einem RĂŒckgang der Ălförderung um durchschnittlich 3,8 % jĂ€hrlich (statt nur 1 %) und Zunahme der Förderkosten pro Jahr um 4 % (statt 2 %) ergab eine kurzfristige Verdopplung der Ălpreise und ĂŒber 20 Jahre einen Anstieg um 800 %.cite-ref-46[44.2] Betont wurde, dass bei SprĂŒngen dieser GröĂenordnung wahrscheinlich nichtlineare Effekte auftreten, die das Modell nicht abbilden könne.cite-ref-47[45]
Als mögliche GegenmaĂnahme erörterte der IMF-Bericht eine vorbeugende Reduktion des Ălverbrauchs, welche die ElastizitĂ€t der Nachfrage erhöhe:
âRegarding policies aimed at lowering the worstcase risks of oil scarcity, a widely debated issue is whether to preemptively reduce oil consumption â through taxes or support for the development and deployment of new, oil-saving technologies â and to foster alternative sources of energy.â
âIn Bezug auf politische MaĂnahmen, die darauf abzielen, das gröĂte anzunehmende Risiko einer Ălknappheit zu mindern, ist eine weithin diskutierte Frage, ob der Ălverbrauch vorbeugend gesenkt werden soll â durch Steuern oder Förderung von Entwicklung und EinfĂŒhrung neuer, öleinsparender Technologien â und ob alternative Energiequellen unterstĂŒtzt werden sollen.â
â
IMF: World Economic Outlook, April 2011
Entwicklung im Jahr 2020
Bedingt durch die globalen Corona-MaĂnahmen, vor allem die verstĂ€rkte Nutzung von Telearbeit, sank die Nachfrage nach Erdöl von etwas mehr als 100 auf etwa 83 Millionen Barrel am Tag im Laufe des Sommers 2020, brach also um ca. 20 % ein.cite-ref-49[46] Auf das ganze Jahr bezogen ging 2020 der Erdölverbrauch um 9,3 % zurĂŒck.cite-ref-50[47]
Zeitpunkt
Wegen der schwierigen Datenlage kann das Ălfördermaximum wohl erst einige Jahre nach dessen Eintreten zweifelsfrei datiert werden. Die von Campbell, dem BegrĂŒnder der ASPO, vorausgesagten Zeitpunkte fĂŒr ein globales Ălfördermaximum wurden mehrmals in die Zukunft verschoben. Dies wurde unter anderem von Kritikern zum Anlass genommen, die Ăbertragung des Hubbert Peak auf die weltweite Ălförderung zu hinterfragen. Andererseits revidierte auch die optimistischere Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognosen. In ihrem jĂ€hrlichen World Energy Outlook senkte sie die prognostizierten Förderraten und Gesamtfördermengen und stellte 2010 fest, dass das Fördermaximum des konventionellen Erdöls im Jahr 2006 erreicht worden sei.cite-ref-51[48]
Die ASPO nahm zudem an, dass auch die Förderrate der OPEC-Staaten nahe an ihrem Maximum liegt und sich derzeit nur im Irak und an der westafrikanischen KĂŒste steigern lĂ€sst, das Ălfördermaximum also gegenwĂ€rtig zum Tragen komme. Dies gilt insbesondere fĂŒr die arabischen OPEC-Mitglieder, die einen sehr hohen Anteil an der globalen Ălförderung haben. Zufolge einer Veröffentlichung von WikiLeaks und der britischen Zeitung The Guardian gab der saudi-arabische Ălexperte Sadad al-Husseini, ehemaliger Chefgeologe von Aramco, in den Jahren 2007 und 2009 gegenĂŒber dem Generalkonsul der USA an, dass die Ălreserven Saudi-Arabiens um fast 40 % ĂŒberschĂ€tzt wurden, so dass das Land â entgegen bisherigen Erwartungen â vermutlich keinen Beitrag zur Milderung von globalen FörderengpĂ€ssen und damit verbundenen Preisspitzen leisten könne.cite-ref-52[49]
Eine Gegenposition vertrat unter anderem Leonard Maugerie â 2017 vom Eni-Konzern. Ihm zufolge war die Umbruchsituation in der Ălindustrie viel wichtiger als die Diskussion um ein Ălfördermaximum. Er hielt das Maximum konventioneller Ălförderung in den OPEC-Staaten und Russland fĂŒr noch lange nicht erreicht, und die Möglichkeit, unkonventionelle Ălvorkommen zu nutzen, sei dabei noch gar nicht miteinbezogen. Anfang 2006 â bei einem Ălpreis von etwa 60 US-Dollar â befĂŒrchtete er zudem einen Preissturz, der negative Folgen fĂŒr Investitionen in unkonventionelle Ălquellen und Alternativen fĂŒr die Treibstoffherstellung haben wĂŒrde, die aus wirtschaftlichen GrĂŒnden einen Ălpreis von mindestens 45 US-Dollar voraussetzen.cite-ref-maugerifa-53-0[50]
Die Internationale Energieagentur verdringlichte im August 2009 frĂŒhere Warnungen: Da sich die ĂlförderkapazitĂ€ten aufgrund zurĂŒckgehender Reserven und ausbleibender Investitionen verringerten, könne es aufgrund von massiver Ălknappheit schon ab dem Jahr 2011 zu einer Erschwerung und VerlĂ€ngerung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise kommen. Die Förderung der bestehenden Ălfelder gehe gegenwĂ€rtig um jĂ€hrlich 6,7 Prozent zurĂŒck. Um die zurĂŒckgehende Förderung erschöpfter Ălvorkommen auszugleichen, wĂ€re es erforderlich, bis zum Jahr 2030 das Ăquivalent der vierfachen FörderkapazitĂ€t Saudi-Arabiens neu zu finden.cite-ref-klaesgen20080228-54-0[51]cite-ref-connor20090803-55-0[52]cite-ref-vorholz20090520-56-0[53]
Aufgrund neuer Fördermethoden konnte weiterhin fast jedes Jahr mehr Ăl gefördert werden â 2023 96,4 Millionen Barrel pro Tag. Man geht nunmehr eher davon aus, dass die Ălförderung durch zurĂŒckgehende Nachfrage begrenzt wird, da immer gröĂere Investitionen in erneuerbare Energien stattfinden.cite-ref-57[54]
Zur Vorhersage der zukĂŒnftigen Ălförderung werden verschiedene Methoden verwendet:
âą Kurvenanpassung: Bei dieser Methode, auch Hubbert-Linearisierung genannt, wird angenommen, dass die Ălförderung durch die Hubbertkurve, eine Glockenkurve als erste Ableitung der logistischen Funktion, beschrieben werden kann. Die Hubbertkurve wird an historische Daten angepasst, um damit auf die weitere Ălförderung zu extrapolieren.cite-ref-58[55]
âą Bottom-up-Methoden: Hier werden die Ălförderraten fĂŒr die gröĂten Ălfelder einzeln untersucht. Ebenso werden geplante zukĂŒnftige GroĂprojekte in die Analyse einbezogen. Die weltweite Ălförderung wird aus der Summe der Förderraten der Einzelfelder abgeschĂ€tzt.cite-ref-59[56]
GeschĂ€tzter Zeitpunkt Datum der Veröffent- lichung Maximale Fördermenge (Mbarrel/Tag) Autor 1989 1989 Campbell *cite-ref-science-28-1[28] 2020 1997 Edwards 2003 1998 Campbell 2007 1999 Duncan und Youngquist 2008 2000 Marie Plummer Minniearcite-ref-60[57] 2019 2000 Bartlett 2004 2000 Bartlett 2005 konv. Ăl 2010 inkl. unkonv. Ăl *** 2000 Campbellcite-ref-61[58] 2003â2008 2001 Deffeyescite-ref-62[59] 2011â2016 2002 Smithcite-ref-63[60] 2004â2011 2002 Nemesiscite-ref-64[61] ca. 2020 fĂŒr konv. Ăl nicht vor 2030 inkl. unkonv. Ăl 2004 85 fĂŒr konv. Ăl > 120 inkl. unkonv. Ăl Internationale Energieagenturcite-ref-weo-65-0[62] 2015â2020 2005 BGR ** 2005 konv. Ăl 2010 inkl. unkonv. Ăl *** 2006 66 konv. Ăl 90 inkl. unkonv. Ăl Campbellcite-ref-newsletter-66-0[63] 2006 2007 Energy Watch Groupcite-ref-ewg-2007-67-0[64] 2005 konv. Ăl 2008 inkl. unkonv. Ăl *** 2008 66 konv. Ăl 83 inkl. unkonv. Ăl Campbellcite-ref-newsletter-93-68-0[65] nicht vor 2030 **** 2008 > 105 Internationale Energieagenturcite-ref-weo2008-69-0[66] 2022 konv. Ăl 2027 inkl. unkonv. Ăl Dez. 2008 78 konv. Ăl 97 inkl. unkonv. Ăl Trappecite-ref-trappe-2008-70-0[67] wahrscheinlich 2020 Aug. 2009 Internationale Energieagenturcite-ref-connor20090803-55-1[52] 2020 Dez. 2009 Internationale Energieagenturcite-ref-economist20091210-71-0[68] 2014 2010 Ibrahim Sami Nashawi und Adel Malallah (Kuwait University), Mohammed Al-Bisharah (Kuwait Oil Company)cite-ref-72[69] 2010 2010 Zentrum fĂŒr Transformation der Bundeswehrcite-ref-ztbw2010-73-0[70] 2006 fĂŒr konventionelles Rohöl 2010 70 Internationale Energieagenturcite-ref-74[71] ab 2035 inkl. schwer förderbares, unkonventionelles Ăl*** 2010 96 Internationale Energieagenturcite-ref-75[72] 2008 fĂŒr konventionelles Rohöl 2012 70 Internationale Energieagenturcite-ref-referencea-76-0[73] ab 2035 inkl. schwer förderbares, unkonventionelles Ăl*** 2012 97 Internationale Energieagenturcite-ref-referencea-76-1[73] 2008 fĂŒr konventionelles Ăl 2013 â Energy Watch Groupcite-ref-ewg2013-77-0[74] 2013 inkl. unkonventionelles Ăl 2013 â Energy Watch Groupcite-ref-ewg2013-77-1[74] um 2015 kombiniertes Fördermaximum aller fossilen EnergietrĂ€ger (inkl. Kohle) 2013 â Energy Watch Groupcite-ref-ewg2013-77-2[74]
Der damalige Kommissar fĂŒr Energie der EuropĂ€ischen Union, GĂŒnther Oettinger, Ă€uĂerte im November 2010 die EinschĂ€tzung, dass die Menge des weltweit verfĂŒgbaren Erdöls wahrscheinlich ihren Gipfelpunkt erreicht habe: âThe amount of oil available globally, I think, has already peaked.âcite-ref-80[77]
Im World Energy Outlook 2012 wurde von der IEA festgestellt, dass der Peak fĂŒr konventionelles Rohöl im Jahr 2008 ĂŒberschritten wurde.cite-ref-referencea-76-2[73]
Folgen
Transporte und Landwirtschaft sind besonders von der VerfĂŒgbarkeit billigen Ăls abhĂ€ngig. Einige Staaten, etwa die USA, sind in höherem MaĂ von der ĂlverfĂŒgbarkeit abhĂ€ngig als andere. Globalisierung beruht prinzipiell auf zwei SĂ€ulen: weltweiter Kommunikation und weltweitem Transport. Daten und Informationen werden insbesondere ĂŒber stromverbrauchende weltweite Daten- und Kommunikationsnetze versandt. Weltweite Transporte beruhen zu 97 % auf Erdöl (Benzin, Diesel, Kerosin) oder Erdgas. 95 % der globalen Handelsströme werden von diesel- und schwerölbetriebenen Fracht- und Containerschiffen auf den Weltmeeren bewĂ€ltigt, Alternativen mĂŒssen preislich im Rahmen bleiben. Bisher ist es jedoch nur begrenzt, aber in zunehmendem MaĂe möglich, fossile Treibstoffe wie Benzin oder Schiffsdiesel im GĂŒtertransport durch bekannte Alternativen, wie zum Beispiel in Akkumulatoren gespeicherte Energie, oder Wasserstofftechnologie zu ersetzen. Zu den Kosten der Wasserstoffspeicherung siehe Wasserstofftechnologie.
Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung
Um 1800 lebten 75 % der deutschen Bevölkerung von der Landwirtschaft, und der Anteil an Treibstoffpflanzen (fĂŒr Nutztiere) war verhĂ€ltnismĂ€Ăig hoch. Um 1900 sank der Anteil dann auf rd. 34 %, ĂŒber 24 % Anfang der 1950er Jahre, betrug er nur noch rd. 2 % Anfang des neuen Jahrtausends, um 2017 unter 1,5 % zu fallen.cite-ref-81[78] Diese enorm gesteigerte ProduktivitĂ€t ist charakteristisch fĂŒr alle entwickelten Industriestaaten. Seit Beginn der Industrialisierung, vor allem seit der GrĂŒnen Revolution in den 1960er Jahren, stieg die weltweite Getreideproduktion um 150 %, ohne dass sich die AnbauflĂ€che Ă€nderte (vgl. Abb. 10). Dies ist sehr stark auf den Einsatz fossiler EnergietrĂ€ger in Landwirtschaft und Verteilung zurĂŒckzufĂŒhren.cite-ref-oel-fressen-82-0[79] Ăhnliches gilt fĂŒr Pflanzenschutzmittel und Biozide, ohne deren Einsatz die landwirtschaftlichen ErtrĂ€ge erheblich geschmĂ€lert wĂŒrden. Eine besonders groĂe Rolle fĂŒr die Landwirtschaft spielt Erdöl bei der Gewinnung von DĂŒngemitteln mit dem Haber-Bosch-Verfahren, wobei der dazu benötigte Wasserstoff prinzipiell auch anders gewonnen werden kann.
Neben dem Aspekt schwindender Energiemengen fĂŒr Viehhaltung und Getreideproduktion kommt der zunehmende Anbau von âTreibstoffpflanzenâ hinzu. Diese werden bei FlĂ€chenstilllegungen nicht miteinbezogen. Eine mögliche Wiederbelebung der arbeitsintensiven Landwirtschaft könnte zu einer Reagrarisierung des lĂ€ndlichen Raumes fĂŒhren, in dem zunehmend wieder mehr Menschen ihr Auskommen fĂ€nden. Allerdings werden die weltweite Nahrungsproduktion sowie die Weltbevölkerung etwa gleichzeitig ihren zahlenmĂ€Ăigen Höhepunkt erreichen (siehe auch Bevölkerungsfalle). TatsĂ€chlich sind die Preise fĂŒr Grundnahrungsmittel in den letzten Jahren mehrmals stark angestiegen, beispielsweise 2007/2008 sowie 2021/2022 (durch die globale ErwĂ€rmung, Corona und den Ăberfall auf die Ukraine).cite-ref-83[80]
Siehe auch
:
Sonderperiode in Kuba
Möglichkeiten der Substitution von Ăl
Ein Mangel an Erdöl bedeutet einen Mangel an (1.) einer Energiequelle, (2.) einem EnergietrĂ€ger und (3.) einem Rohstoff, wobei der Verlust an Energie schwerwiegender ist als der Mangel des Rohstoffs. Beispielsweise beruht ein hoher Anteil des PrimĂ€renergieverbrauchs in Deutschland auf Erdöl, dessen Verbrauch jedoch von 1990 bis 2021 um etwas mehr als 20 % zurĂŒckging. Der bisher mit Ăl gedeckte Energiebedarf kann prinzipiell zu einem gewissen Teil durch Energieeinsparung reduziert und zu einem anderen Teil durch alternative Energiequellen bedient werden. Dabei muss zusĂ€tzlich beachtet werden, dass ein bloĂes Ersetzen der Energiemenge nicht alle Probleme löst, denn nicht jeder EnergietrĂ€ger kann fĂŒr jede Aufgabe eingesetzt werden. Der wichtigste Bereich ist hier der Transportsektor, der sich 2023 am Anfang der Umstellung von aus Erdöl gewonnenen Treibstoffen auf elektrische Energie befand.
Substitution von Ăl als EnergietrĂ€ger
Ein Vorteil von Erdöl ist seine hohe Energiedichte, d. h. jene Energiemenge, welche in einem bestimmten Volumen gespeichert werden kann. Die Energiedichte von Erdöl ĂŒbertrifft jene von anderen EnergietrĂ€gern, wie beispielsweise Akkumulatoren oder auch Gasdruckspeichern (CNG) bei weitem; auch die gewichtsbezogene Energiedichte ist sehr hoch. Deshalb bietet Erdöl als EnergietrĂ€ger fĂŒr mobile Anwendungen (bewegliche Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft) starke Vorteile.
Biogen erzeugte flĂŒssige Kraftstoffe kommen im Vergleich zu regenerativ erzeugtem Wasserstoff oder elektrischen Speichermedien mit ihrer Energiedichte und ihrem technologischen Aufwand fĂŒr deren Nutzung noch recht nahe an Erdöl heran. Diese sind u. a. Bioethanol (1. und 2. Generation), Biodiesel (RME, FAME) und Pflanzenöle (1. Gen.), synthetische Kraftstoffe (Synfuel aus BtL-Prozess, 2. Generation).
Die Herstellung von Bio-Kraftstoffen in den mittleren Breiten ist allerdings selber mit hohem Energieeinsatz verbunden; neben dem Aufwand fĂŒr Feldbearbeitung (Traktorsprit), KunstdĂŒnger und Pflanzenschutzmittel, die als Agrochemikalien aus Erdöl oder Erdgas hergestellt werden, wird je nach verwendeter Biomasse unterschiedlich viel Prozessenergie benötigt, z. B. bei der Destillation von Ethanol. Gerade fĂŒr synthetische Kraftstoffe (BtL) ist die fĂŒr den Umwandlungsprozess benötigte externe Energie besonders hoch. Der Erntefaktor ist meist sehr niedrig, auf schlechten Böden sogar unter eins: in solchen FĂ€llen wird mehr Energie fĂŒr die Herstellung des Biokraftstoffs eingesetzt, als am Ende der Kraftstoff selber hat. Lediglich in den Tropen (bspw. Zuckerrohr, Palmöl) ist aufgrund der höheren biologischen AktivitĂ€t der Erntefaktor besser, allerdings ergeben sich in der FlĂ€chenkonkurrenz zum Regenwald andere Bedenken.
Im Hinblick auf das Nach-Erdölzeitalter kann die Bioethanolherstellung effizienter gestaltet werden, indem als ProzesswÀrme die KWK-WÀrme eines (Block)Heizkraftwerk genutzt wird, das mit Biomasse betrieben wird (Beispiel: Prokon Nord Bioethanolwerk Stadecite-ref-84[81]).
Die Erwartungen an eine Wasserstoffwirtschaft haben sich bislang nicht erfĂŒllt. FlĂŒssiger Wasserstoff ist schwierig zu lagern, benötigt verhĂ€ltnismĂ€Ăig schwere Kryotanks und hat nur 25 % der volumetrischen Energiedichte von Benzin. Auch liegt der Treibstoffwirkungsgrad von elektrolysiertem Wasserstoff nur bei 25 %. Das EnergieĂ€quivalent eines Fasses (entsprechend 159 l) Erdöl, hergestellt aus Windstrom (neun Cent/Kilowattstunde) als flĂŒssiger Wasserstoff, hĂ€tte einen Preis pro Fass von 304 US$ und lĂ€ge damit bei den Herstellungskosten auf Ă€hnlichem Niveau wie der heutige Kundenpreis an der Tankstelle.
In einer Methan- bzw. Methanolwirtschaft soll Methanol (Summenformel CH4O) fossile Brennstoffe als sekundĂ€ren EnergietrĂ€ger ersetzen. 2005 veröffentlichte NobelpreistrĂ€ger George A. Olah sein Buch âBeyond Oil and Gas: The Methanol Economyâ, in dem Chancen und Möglichkeiten der Methanolwirtschaft diskutiert werden. Er fĂŒhrt Argumente gegen die Wasserstoffwirtschaft an und erlĂ€utert Möglichkeiten der Erzeugung des Methanols aus Kohlendioxid oder Methan. Die bestehende Treibstoffinfrastruktur kann dabei weiterverwendet werden. Es bleiben aber Fragen zur Gewinnung des Ausgangsstoffs Kohlenstoffdioxid (Extraktion aus der Luft ist sehr aufwĂ€ndig), des benötigten Wasserstoffs und der PrimĂ€renergiequelle, die zur Erzeugung des Methanols genutzt wird (Strom aus Kernenergie oder Solarstrom) offen.
Aufgrund der deutlichen Fortschritte bei den elektrischen Energiespeichern dringen diese zunehmend in verschiedene Anwendungen vor. Eine zunehmende technologische Verbesserung der Batteriezelle und Fortschritte in der GroĂserienfertigung fĂŒhren zu einer Preissenkung in Ă€hnlicher GröĂenordnung wie bei der Photovoltaik,cite-ref-85[82] jedoch fĂŒhrte dies zu einer Verteuerung der nötigen Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und der Metalle der Seltenen Erden. Ein Recyclingkonzept ist nicht nur aus UmweltschutzgrĂŒnden, sondern auch zur Versorgung mit SekundĂ€rmetallen geboten.
Elektrische Energie ist im Vergleich zu erdölbasierten Anwendungen mit höheren Investitionskosten, jedoch geringeren Treibstoffkosten verbunden, sodass sie sich unter Betrachtung der Total Cost of Ownership in immer mehr FĂ€llen rechnet. Daher empfahl die IEA schon 2008, âwe should leave oil before it leaves usâ (Fatih Birol: The Independentcite-ref-86[83], deutsch: âwir sollten das Ăl verlassen, bevor es uns verlĂ€sstâ). Je nachdem, wie schnell in welchem Umfang und mit welchen finanziellen Mitteln die Entwöhnung vom Ăl angegangen wird, sind verschiedene zukĂŒnftige Strategien und deren Ineinandergreifen denk- und machbar.
Substitution von Ăl als Chemierohstoff
Per KohleverflĂŒssigung könnte Kohle Erdöl direkt ersetzen. Dies brĂ€chte allerdings verschiedene Probleme mit sich: Erstens geht bei der VerflĂŒssigung ein Teil der nutzbaren Energie verloren, der Wirkungsgrad der Energiewandlungskette von der PrimĂ€r- zur Nutzenergie nimmt ab. Zweitens ist der CO2-AusstoĂ der verflĂŒssigten Kohle erheblich höher als der von Erdöl und â mit der VerflĂŒssigung â auch höher als bei direkter Nutzung der Kohle. Drittens sind diese Prozesse wie Fischer-Tropsch- oder Bergius-Pier-Verfahren technisch aufwĂ€ndig und CtL-Treibstoffe daher teurer als Erdölprodukte. Viertens wĂŒrde dies die groĂe statische Reichweite von Kohle von ca. 130 Jahren (Stand 2020) erheblich reduzieren, da sie hauptsĂ€chlich zur Stromerzeugung genutzt wird, und insgesamt etwa 27 % des weltweiten PrimĂ€renergieverbrauchs ausmacht, wohingegen der Anteil des Mineralöls 33 % betrĂ€gt.cite-ref-88[84.1]
Allerdings muss fĂŒr viele chemische Verwendungen von Erdöl der Ersatz nicht ölartig sein. Viele Produkte können auf alternativen Wegen zum Beispiel direkt aus Biomasse gewonnen werden. In anderen FĂ€llen sind alternative Produkte direkt aus Biomasse möglich, wie zum Beispiel Verpackungsfolien, die direkt aus StĂ€rke hergestellt werden.
Positionen zu Risiken und Lösungsmöglichkeiten
Behauptung, es existierten keine ernstzunehmenden Probleme
âWir mĂŒssen uns keine Sorgen machen. Es sind noch genug Reserven da. [âŠ] Saudi-Arabien fördert heute rund zehn Millionen Fass am Tag, und in einigen Jahren schafft es sicher 12,5 Millionen Fass. [âŠ] Es ist sehr wahrscheinlich, dass mittelfristig die [Ăl]preise ungefĂ€hr bei 40 US-$ im Schnitt liegen. Auf ganz lange Sicht sind sogar 25â30 US-$ vorstellbar.â
â
John Browne
:
1995â2007 Vorstandsvorsitzender von BP
âĂber das Ălfördermaximum muss sich die Welt in absehbarer Zeit keine Sorgen machen.â
â
Abdullah S. Jum'ah
:
CEO von
Aramco
, Anfang 2008
Diese Position hĂ€lt eine Ăbertragung des ölfeldspezifischen Konzepts des Ălfördermaximums auf die globale Förderung fĂŒr unsinnig. Die Ălversorgung sei auch auf der Basis konventioneller Ălvorkommen bei gegenwĂ€rtigem Verbrauch bis ins Jahr 2060 gesichert.cite-ref-92[88] Steigende Nachfrage und dadurch ansteigende Preise seien als Mechanismus ausreichend, um rechtzeitig fĂŒr technische Fortschritte in der Ălförderung wie auch bei Ersatzstoffen und -quellen zu sorgen. Als schlimme Nebenwirkungen der âimmer wiederkehrenden Ălpanikâ sehen die Vertreter dieser These falsche politische Entscheidungen und eine weitverbreitete Hysterie an, die âvöllig unangebrachtâ seien.cite-ref-science-28-2[28]
Der Wirtschaftswissenschaftler Julian L. Simon â 1998 bezweifelte aufgrund historischer Studien generell, inwieweit kurzfristige Rohstoffverknappungen in der Lage wĂ€ren, die industrielle Zivilisation zu gefĂ€hrden.cite-ref-93[89] Solche Wachstumskrisen hĂ€tten frĂŒher bereits zu neuen Technologien und zur Entdeckung neuer EnergietrĂ€ger gefĂŒhrt, die bereits frĂŒher regelmĂ€Ăig befĂŒrchteten Untergangsszenarien seien niemals eingetreten, die angeblich ausgehenden Rohstoffe stĂŒnden aktuell in gröĂerem MaĂe zur VerfĂŒgung als jemals zuvor.
Leonardo Maugeri von der italienischen Eni hielt das Ălzeitalter, das vom US Geological Survey bereits 1919 totgesagt worden sei, auch heute fĂŒr noch lange nicht vorbei, und schloss drastische, demnĂ€chst bevorstehende Folgen eines Ălfördermaximums aus.cite-ref-science-28-3[28] Die These vom baldigen Eintreten wurde laut Maugeri auf Basis neuer Ălfunde und Fördermöglichkeiten widerlegt.cite-ref-maug2-94-0[90]cite-ref-monb-95-0[91]
âPhysical peak oil, which I have no reason to accept as a valid statement either on theoretical, scientific or ideological grounds, would be insensitive to prices. In fact the whole hypothesis of peak oil â which is that there is a certain amount of oil in the ground, consumed at a certain rate, and then itâs finished â does not react to anything. Whereas we believe that whatever can be turned into oil strongly depends on technology and technology depends on prices as well. Therefore there will never be a moment when the world runs out of oil because there will always be a price at which the last drop of oil can clear the market. And you can turn anything into oil if you are willing to pay the financial and environmental price.â
Wettbewerbsvorteile durch energieeffiziente Technologien
Eine Studie der Deutschen Bank von 2008 untersuchte Risiko und Chancen von Peak Oil fĂŒr den deutschen Maschinen- und Anlagenbau.cite-ref-97[93] Einerseits wurde Peak Oil als eine der gröĂten Herausforderungen unserer Zeit eingestuft, da das Risiko einer Energieverknappung bestehe. Knappheit und hohe Energiepreise wĂŒrden die weitere ökonomische Entwicklung voraussichtlich maĂgeblich prĂ€gen.
Die Studie kam auĂerdem zu dem Schluss, dass aufgrund eines enormen Bedarfs an Investitionen in angepasste Techniken zur Energieerzeugung und -Nutzung neben Risiken auch beachtliche Chancen fĂŒr Unternehmen bestehen, die als erste energieeffiziente Technologien entwickeln. Hierzu zĂ€hlten insbesondere eine effizientere Rohstoffproduktion und angepasste Angebote in Bereichen wie Solarthermie und dem Bau hocheffizienter Kraftwerke oder Anlagen zur GasverflĂŒssigung (GTL-Technologie). Neue Technologien, Werkstoffe und Verfahren wĂŒrden die Produktion leichterer, erheblich weniger Treibstoff verbrauchender Autos ermöglichen sowie eine kostengĂŒnstigere Massenproduktion von Photovoltaik-Modulen. Dem Maschinenbau komme hierbei eine SchlĂŒsselrolle zu. Aufgrund der technologischen FĂŒhrerschaft und der Exportorientierung vieler deutscher Unternehmen sei der bevorstehende tiefgreifende energieökonomische Strukturwandel daher auch eine groĂe Chance.
Ersatz durch erneuerbare Energiequellen möglich
Viele Regierungen in den Industriestaaten gehen davon aus,cite-ref-98[94] dass der Ausfall des Erdöls durch die Kombination von drei vom Staat zu fördernden MaĂnahmen abzufangen sei: Ein Ersatz des Erdöls wĂ€re angebotsseitig durch erneuerbare Energiequellen möglich, nachfrageseitig ermöglichen technologische Entwicklungen eine wesentlich höhere Energieeffizienz und gesellschaftliche VerĂ€nderungen einen Lebensstil mit wesentlich geringerem Energiebedarf.cite-ref-99[95] Neue Technologien verbunden mit steigenden Preisen fĂŒr Ălprodukte erlauben es effizienter Energie zu nutzen und erneuerbare Energiequellen zu erschlieĂen â vorausgesetzt, dass ausreichend Zeit zu ihrer Entwicklung und Anwendung zur VerfĂŒgung steht.
Gefahr ernster wirtschaftlicher Krisen
âEs gibt weltweit kein ausreichendes Ălangebot (mehr) fĂŒr ein vollumfĂ€ngliches Wachstum unserer Wirtschaft oder der Weltwirtschaft.â
â
Don Evans
:
bis 2005 Wirtschaftsminister der Regierung Bush
âDie UnfĂ€higkeit, die Ălproduktion entsprechend dem steigenden Bedarf auszuweiten, wird in der Zukunft zu einem schweren wirtschaftlichen Schock fĂŒhren.â
â
James R. Schlesinger
â 2014
:
unter
PrÀs. Carter
ehem. US-Energie- und unter
PrÀs. Nixon
und
Ford
US-Verteidigungsminister
âWenn die Ălproduktion im Irak bis 2015 nicht exponentiell steigt, haben wir ein sehr groĂes Problem. Und dies, selbst wenn Saudi-Arabien alle seine Zusagen einhĂ€lt. Die Zahlen sind sehr einfach, dazu muss man kein Experte sein. [âŠ] Innerhalb von 5â10 Jahren wird die Nicht-OPEC-Produktion den Gipfel erreichen und beginnen, wegen nicht ausreichender Reserven zurĂŒckzugehen. FĂŒr diese Tatsache gibt es tĂ€glich neue Beweise. Zeitgleich werden wir den Gipfel des chinesischen Wirtschaftswachstums sehen. Beide Ereignisse werden also zusammentreffen: die Explosion des Wachstums der chinesischen Nachfrage und der RĂŒckgang der Ălproduktion der Nicht-Opec-Staaten. Wird unser Ălsystem in der Lage sein, dieser Herausforderung zu begegnen, das ist die Frage.â
â
Fatih Birol
:
Chefökonom der
Internationalen Energieagentur
(IEA), im Juni 2007
Eine Ă€hnliche alarmierende Position vertrat 2004 auch der Physiker David Goodstein â 2024cite-ref-103[99]cite-ref-104[100] Goodstein betonte, dass sich der genaue Zeitpunkt eines Eintretens von Versorgungskrisen grundsĂ€tzlich nicht hinreichend exakt vorhersagen lĂ€sst und noch nicht erkennbar sei, welche Energiequellen und Technologien Erdöl in Zukunft ersetzen könnten. Deswegen sei eine tiefgreifende Energiekrise von historischem AusmaĂ und möglicherweise katastrophalen Folgen zu erwarten. Jeremy Leggett prĂ€gte 2008 fĂŒr eine solche Situation den Begriff âEnergy Famineâ, also âenergetische Hungersnotâ.cite-ref-105[101]
Die Internationale Energieagentur warnte wiederholt, so im Juli 2007 und im Februar 2009, dass sich die ĂlförderkapazitĂ€ten aufgrund zurĂŒckgehender Reserven und ausbleibender Investitionen verringern und es schon ab dem Jahr 2013 zu einer globalen Wirtschaftskrise aufgrund von massiver Ălknappheit kommen könne.cite-ref-106[102]cite-ref-107[103] Im August 2009 verschĂ€rfte Fatih Birol als fĂŒhrender Ăkonom der IEA diese Warnung mit dem Zusatz, dass es schon ab 2011 zu einer Ălkrise kommen könnte: âSelbst wenn die Nachfrage gleich bliebe, wĂŒrde die Welt das Ăquivalent von vier Saudi-Arabiens finden mĂŒssen, um die Produktion aufrechtzuerhalten, und sechs Saudi-Arabiens, um mit dem erwarteten Anstieg der Nachfrage zwischen jetzt und 2030 Schritt zu halten.âcite-ref-connor20090803-55-2[52]cite-ref-vorholz20090520-56-1[53] Die IEA gibt weiterhin an, dass die Förderung bestehender Ălfelder jĂ€hrlich um 6,7 % zurĂŒckgeht, womit sie ihre 2007 veröffentlichte SchĂ€tzung eines jĂ€hrlichen RĂŒckgangs von nur 3,7 % korrigiert.
Matthew Simmons â 2010, Investmentbanker und ehemaliger Energieberater des WeiĂen Hauses, sagte 2005 aufgrund des Ălfördermaximums fĂŒr 2010 einen Ălpreis von mindestens 200 US-Dollar pro Fass voraus und schloss darauf mit John Tierney, einem Wirtschaftsjournalisten der New York Times, eine öffentliche Wette ĂŒber 10.000 US-Dollar ab, die er haushoch verlor. Tierney hĂ€lt Haussen im Rohstoffbereich â unter Bezugnahme auf Julian L. Simon â fĂŒr grundsĂ€tzlich begrenzt.cite-ref-108[104]
Eine Analyse der Bundeswehrcite-ref-bundeswehr-2010-109-0[105] von 2010 erklĂ€rte, dass durch den ĂlförderrĂŒckgang ein Punkt (Tipping Point) erreicht werden könne, ab dem das Wirtschaftssystem kippt. Die schwarz-gelbe Bundesregierung schloss sich 2010 den entsprechenden Folgerungen nicht an und verwies auf das bereits beschlossene Energie- und Rohstoffkonzept.
Auslöser kann sein, dass die Marktteilnehmer erkennen, dass die Weltwirtschaft auf unbestimmbare Zeit schrumpfen wird. In diesem â von der Bundesregierung allerdings ausdrĂŒcklich nicht geteiltencite-ref-kleine-anfrage-krischner-2010-11-26-110-0[106] â Szenario bricht mittelfristig das globale Wirtschaftssystem und jede marktwirtschaftlich organisierte Volkswirtschaft zusammen. In einer auf unbestimmte Zeit schrumpfenden Volkswirtschaft werden Ersparnisse nicht investiert, weil Unternehmen keine Gewinne machen. Unternehmen sind auf unbestimmte Zeit nicht mehr in der Lage, Fremdkapitalkosten zu zahlen oder Gewinne an Eigenkapitalgeber auszuschĂŒtten. Das Bankensystem, die Börsen und die FinanzmĂ€rkte insgesamt brechen zusammen.
Eine politisch unterschiedlich positionierte, bezĂŒglich der ökonomischen Auswirkungen jedoch sehr Ă€hnliche Position vertrat die Veröffentlichung von 2010 âTipping Pointâ von David Korowicz, Mitarbeiter des âRisk Resilence Networkâ der irischen Organisation Feasta.cite-ref-111[107]
JĂŒrgen Wiemann, ehemaliger stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts fĂŒr Entwicklungspolitik, vertrat die Position, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008 aufgrund der Auswirkungen z. B. auf die fĂŒr Hypothekenzahlungen verfĂŒgbaren Einkommen der amerikanischen Verbraucher durchaus bereits durch den Anstieg der Ălpreise mitverursacht sein könne.cite-ref-112[108]cite-ref-113[109]
Sicherheitspolitische Herausforderung
Hierzu existiert vom Juli 2010 die Studie Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen des Dezernats Zukunftsanalyse vom Zentrum fĂŒr Transformation der Bundeswehr. Sie beschreibt in verschiedenen Abschnitten unter anderem eine Verschiebung der Rollen von Staaten und privater Wirtschaftsakteure, den Weg zu ökonomischen und politischen Krisen beim Ăbergang zu post-fossilen Gesellschaften, die Ăberforderung von Akteuren bei der Auswahl von Interventionen sowie ein systemisches Risiko bei Ăberschreitung des âTipping Pointâ.cite-ref-bundeswehr-2010-109-1[105] Die Studie ist in verschiedenen Auflagen, die in relativ kurzer Zeit folgten, der Ăffentlichkeit bekanntgeworden.cite-ref-114[110]
Gefahr des Zusammenbruchs
Es gibt auch warnende Positionen, welche â pessimistischer als die oben aufgefĂŒhrten von David Goodstein, Matthew Simmons, oder den Autoren der Studie des Zentrums fĂŒr Transformation der Bundeswehr â einen möglichen Zusammenbruch der Industriegesellschaft, ausgelöst durch das Ăberschreiten des Ălfördermaximums, als wahrscheinlich darstellen. Dies wird damit begrĂŒndet, dass mit fossilen Energiequellen betriebene Arbeitsmaschinen und Transportmittel wie Dampfmaschinen, Schiffe, Motoren und Turbinen so sehr zur Industriellen Revolution beigetragen haben, dass ein Verzicht auf solche Quellen vielen Autoren unmöglich scheint.
Schriftsteller wie James Howard Kunstler, Richard Heinberg oder Andreas Eschbach haben Szenarien entworfen, in denen Treibstoffe als wichtige Grundlage der industriellen Zivilisation nicht mehr in ausreichendem MaĂe zur VerfĂŒgung stehen und es so zu erheblichen gesellschaftlichen UmbrĂŒchen kommt. Extrem pessimistisch ist die sogenannte Olduvai-These, der zufolge aufgrund des Ălfördermaximums die derzeitige industrielle Zivilisation bis 2030 zusammenbrechen mĂŒsse und bis 2050 nur noch etwa zwei Milliarden Menschen auf einem vorindustriellen Energieniveau werden ĂŒberleben können.cite-ref-115[111]
Zunehmendes Risiko von schweren Ălkatastrophen
Der Geologe Klaus Bitzer, Mitglied der ASPO, vertrat anlĂ€sslich der Ălkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 als Folge der Havarie der Plattform Deepwater Horizon die Position, dass die Erschöpfung der leicht zugĂ€nglichen Ălfelder zu einer VergröĂerung der Risiken der Ălförderung und somit auch zu einer gröĂeren Gefahr von Ălkatastrophen beitrage:
âAuf der Suche nach und bei der Ausbeutung der letzten LagerstĂ€tten werden die technischen Probleme auch immer gröĂer. [âŠ] (Frage) âWarum solche Risiken eingehen?â â K. Bitzer: Es ist ganz einfach so, dass alle ergiebigen, konventionell ausbeutbaren Ălfelder lĂ€ngst entdeckt sind. Also wird die Suche immer schwieriger. Es ist wie beim âSchiffe versenkenâ: Zuerst trifft man immer die groĂen Tanker. Bis man alle kleinen U-Boote hat, braucht man ungleich lĂ€nger.âcite-ref-116[112]
Umgekehrt wurde die Position vertreten, dass höhere Sicherheitsauflagen bei technisch und ökologisch riskanten Ălförderprojekten als Reaktion auf die Havarie zu EinschrĂ€nkungen der Förderung und AusfĂ€llen fĂŒhren könnten. Diese wurden von der IEA auf bis zu 300.000 Barrel, von Steffen Bukold bei Einbeziehung weiterer Ălförderregionen auf bis zu 1.000.000 Barrel pro Tag beziffert, da ein sehr groĂer Anteil von neu zu erschlieĂenden Ălquellen in den OECD Staaten auf Tiefseeförderungen basieren solle. Dass ein derart hoher Anteil allerdings auf realistischen Prognosen beruhe, wurde wiederum von Experten wie Klaus Bitzer in Zweifel gezogen, die auch bei Ausbleiben eines Moratoriums einen frĂŒhzeitigen RĂŒckgang der Ălförderung befĂŒrchteten, da sich mit diesen Projekten, wie sie z. B. vor der KĂŒste Brasiliens geplant waren, gewaltige technologische Risiken verbĂ€nden. TatsĂ€chlich entsprach die Ălförderung in der Tiefsee ungefĂ€hr dem Zuwachs zwischen dem Jahr 2000 und 2009.cite-ref-117[113]
Diskutierte MaĂnahmen
Als Plattform fĂŒr Diskussionen diente unter anderem das Internetforum The Oil Drum und Konferenzen und Veröffentlichungen der ASPO und ihrer regionalen Mitglieder und Gesellschaften. The Oil Drum wurde im September 2013 eingestellt; die bereits erstellten Artikel und Diskussionen wurden archiviert und sind weiter verfĂŒgbar.cite-ref-118[114] Zum Thema Erdöl wurde in Deutschland auch die Energieökonomin Claudia Kemfert bekannt.
VorsorgemaĂnahmen als Risikomanagement
Angemessene Reaktionen auf den drohenden RĂŒckgang der Ălförderung erfordern im Rahmen eines Risikomanagements eine Entscheidung unter Unsicherheit, die Szenarien und ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet, wie es zum Beispiel beim Brandschutz, der EinschĂ€tzung der Risiken der Kernenergie und sonstiger SicherheitsmaĂnahmen erforderlich ist. Mit dieser Frage beschĂ€ftigt sich der sogenannte Hirsch-Report aus dem Jahre 2005, der vom US Department of Energy beauftragt wurde. Der Hirsch-Report hatte den Schluss gezogen, dass die verfĂŒgbare Zeit es nicht erlaube, sich auf die Entwicklung völlig neuer Technologien zu stĂŒtzen, sondern es erforderlich mache, bereits Bekanntes zu nutzen.cite-ref-119[115] Zu Ă€hnlichen Ergebnissen kamen auch Planspiele der Heritage Foundation bezĂŒglich einer terroristischen Unterbrechung der Ălversorgung.cite-ref-120[116]
Vorgeschlagene VorsorgemaĂnahmen nach LĂ€ndern
Deutschland
Verschiedene deutsche Bundesregierungen sahen keine Gefahr einer Energiekrise aufgrund einer Verringerung der Ălförderung.cite-ref-kleine-anfrage-krischner-2010-11-26-110-1[106]cite-ref-121[117] Deswegen waren auch keine MaĂnahmen geplant, einem solchen Ereignis zu begegnen.
Schweden
â
Hauptartikel
:
Schwedischer Ălausstieg
Das Risiko eines RĂŒckgangs der Ălförderung trug in Schweden zur AnkĂŒndigung bei, das Land bis 2020 unabhĂ€ngig von Erdöl und fossilen Rohstoffen zu machen, welche 2005 von der seinerzeit aus den schwedischen GrĂŒnen und der Linkspartei gebildeten Regierung veröffentlicht wurde (Schwedischer Ălausstieg). Die Empfehlungen des zu diesem Ziel gebildeten Expertenkomitees fanden international Beachtung. Eine Umsetzung ist nicht erfolgt.
USA
Eine entsprechende Umsetzung von MaĂnahmen fand bisher nicht statt, die USA waren seit 2012 entgegen Hirschs und auch Hubberts Voraussagen aufgrund neuer Techniken (vgl. Hydraulic Fracturing) auf dem Wege, wieder zum weltweit fĂŒhrenden Ălproduzenten zu werden, mittlerweile sind sie dies schon seit lĂ€ngerer Zeit.
Siehe auch
Filme und Radio
âą The Oil Crash (vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm von 2006, der die Geschichte der Erdölförderung zeigt und eine drohende Ălkrise beschreibt, 83 Min.)
âą Requiem fĂŒr einen Rohstoff, Teil 1: Am Anfang war das Ăl, Teil 2: Ăl â Eine endliche Geschichte Zweiteilige PHOENIX-Dokumentation, 2009
Literatur
âą David Strahan: The Last Oil Shock: A Survival Guide to the Imminent Extinction of Petroleum Man. John Murray, London 2008, ISBN 978-0-7195-6424-6.
âą Sabine Pamperrien, Klaus Stieglitz: Das Ăl, die Macht und Zeichen der Hoffnung. Von Konzernen und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser. rĂŒffer & rub, ZĂŒrich 2016, ISBN 978-3-907625-95-8.
âą Kjell Aleklett mit Michael Lardelli und Olle Qvennerstedt: Peeking at Peak Oil. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-3423-8 (E-Book, ISBN 978-1-4614-3424-5).
âą Colin J. Campbell, Frauke Liesenborghs, Jörg Schindler, Werner Zittel: Ălwechsel! Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung fĂŒr die Zukunft. Aktualisierte Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-423-34389-3.
âą Oliver Krischer, H. J. Fell: Hintergrundpapier: Weg vom Ăl â hin zu den Erneuerbaren Energien.
âą Kenneth S. Deffeyes: Hubbertâs Peak. The Impending World Oil Shortage. Reissue, with a new preface. Princeton University Press, Princeton NJ 2009, ISBN 978-0-691-14119-0.
âą Steven M. Gorelick: Oil Panic and the Global Crisis: Predictions and Myths. Wiley-Blackwell, 2009, ISBN 978-1-4051-9548-5.
âą Richard Heinberg: Partyâs Over. Oil, War and the Fate of Industrial Societies. 2. Auflage. Clairview Books, 2007, ISBN 978-1-905570-00-3 (englisch). deutsch: Richard Heinberg: Ăl-Ende. âThe Partyâs Overâ. Die Zukunft der industrialisierten Welt ohne Ăl. Erw. und akt. Auflage. Riemann, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-570-50104-7.
âą Marion King Hubbert: Energy from Fossil Fuels. In: Science. Band 109, Nr. 2823, 1949, S. 103â109, doi:10.1126/science.109.2823.103 (englisch, Scan).
âą Thomas Seifert, Klaus Werner: Schwarzbuch Ăl. Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld. Deuticke, Wien 2005, ISBN 3-552-06023-5.
âą James Murray, David King: Oilâs tipping point has passed (PDF; 1,1 MB), Nature, Volume 481, 26. Januar 2012, S. 433â435.
Weblinks
Commons
: Ălfördermaximum
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą ASPO Deutschland Seite der deutschen Association for the Study of Peak Oil and Gas
⹠PeakOil.com Mehrmals tÀglich aktualisierte Nachrichten und Forum (englisch)
âą Colin J. Campbell: âDie Erschöpfung der Welterdölreservenâ â als Video (englisch) als pdf (deutsch)
âą Der Crash Course Kapitel 17a â Peak Oil Videobeitrag (deutsch) mit Fakten und Argumentation
âą Leonardo Maugeri: âĂl: Falscher Alarm â Warum das Zeitalter des Ăls noch lĂ€ngst nicht vorĂŒber istâ Science, 21. Mai 2004 (PDF; 292 kB)
âą Peak Oil. Die internationale Diskussion und mögliche Auswirkungen auf Vorarlberg Studie des Ăsterreichischen Ăkologie Instituts im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung, Nov. 2008 (PDF; 7,5 MB)
âą Grafik: Peak Oil, aus: Zahlen und Fakten: Globalisierung, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung/bpb
Einzelnachweise
cite-note-11. â PEAK OIL? ASPO Deutschland, abgerufen am 12. Januar 2021.
cite-note-22. â M. King Hubbert: Energy from Fossil Fuels. In: Science. Band 109, Nr. 2823, 4. Februar 1949, S. 105, doi:10.1126/science.109.2823.103 (englisch): âThe amount consumed up to any given time is proportional to the area under the curve of annual production plotted against time. [âŠ] Thus we may announce with certainty that the production curve of any given species of fossil fuel will rise, pass through one or several maxima, and then decline asymptotically to zero.â
cite-note-33. â M King Hubbert: Nuclear energy and the fossil fuels. Publication No. 95. Shell Development Company â Exploration and Production Research Division, Houston Juni 1956, S. 22 (englisch, resilience.org â Presented before the spring meeting of the Southern District Division of Production, American Petroleum Institute, Plaza Hotel, San Antonio, Texas, March 7-8-9, 1956): â[âŠ] which places the date of the peak at about the year 2000.â
cite-note-44. â Christoph Gaedicke et al.: BGR Energiestudie 2019. (PDF) In: Daten und Entwicklungen der deutschen und globalen Energieversorgung. Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe, 23. April 2020, S. 43, abgerufen am 12. Januar 2021: âObgleich die weltweite konventionelle Erdölförderung seit dem Jahr 2005 stagniert, bleibt sie mit einem Anteil von etwa 75 % an der gesamten Förderung auch langfristig die tragende SĂ€ule bei der Versorgung mit flĂŒssigen Kohlenwasserstoffen.â
cite-note-55. â S. H. Mohr, G. M. Evans: Long term prediction of unconventional oil production. In: Energy Policy. Band 38, Nr. 1, Januar 2010, S. 265â276, doi:10.1016/j.enpol.2009.09.015 (englisch): âUnconventional oil production is anticipated to reach between 18 and 32 Gb/y (49â88 Mb/d) in 2076â2084, before declining. If conventional oil production is at peak production then projected unconventional oil production cannot mitigate peaking of conventional oil alone.â
cite-note-66. â Robert L. Hirsch: Mitigation of maximum world oil production: Shortage scenarios. In: Energy Policy. Band 36, Nr. 2, Februar 2008, S. 881â889, doi:10.1016/j.enpol.2007.11.009 (englisch): â(1) a Best Case where maximum world oil production is followed by a multi-year plateau before the onset of a monatomic decline rate of 2-5 % per year; (2) A Middling Case, where world oil production reaches a maximum, after which it drops into a long-term, 2-5 % monotonic annual decline; and finally (3) a Worst Case, where the sharp peak of the Middling Case is degraded by oil exporter withholding, leading to world oil shortages growing potentially more rapidly than 2-5 % per year, creating the most dire world economic impacts.â
cite-note-77. â Adam R. Brandt: Testing Hubbert. In: Elsevier (Hrsg.): Energy Policy. Band 35, Nr. 5, Mai 2007, S. 3074â3088, doi:10.1016/j.enpol.2006.11.004 (freier Volltext [PDF; 325 kB; abgerufen am 23. Januar 2011]).
cite-note-shell-canda-ceo-99. â Myth: The World Is Running Out of Oil. ABC News, 12. Mai 2006, abgerufen am 26. April 2011.
cite-note-1111. â Robert L. Bradley: Resourceship: Expanding âDepletableâ Resources. In: The Library of Economics and Liberty. Liberty Fund, 7. Mai 2012, abgerufen am 13. Januar 2021.
cite-note-1212. â Heinz Beckmann: Erdöl hat die Erde im Ăberfluss, Geo 2/80, Interview.
cite-note-1313. â zur Analysemethode Hubberts siehe z. B. Brent Fisher: Review and Analysis of the Peak Oil Debate. Abschnitt III.A
cite-note-1414. â zur Einteilung siehe z. B. The Global Oil Depletion Report: Launched 08.10.09. In: ukerc.ac.uk. Archiviert vom Original am 8. MĂ€rz 2013; abgerufen am 10. August 2016 (englisch).
cite-note-151. Brent Fisher; Review and Analysis of the Peak Oil Debate; Institute for Defense Analyses; August 2008 (PDF)
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cite-note-112108. â Deutsche Welle (www.dw.com): Ăl ist endlich | DW | 19.07.2010. Abgerufen am 16. MĂ€rz 2023 (deutsch). âAuch die globale Finanzkrise deutet auf das Nahen von Peak Oil hin. WĂ€hrend die Ăkonomen noch zu verstehen versuchen, warum das aus ihrer Sicht völlig rational funktionierende Weltfinanzsystem an den Rand des Kollapses geraten konnte, und dabei einige axiomatische Grundlagen ihrer Disziplin in Frage stellen, gehen nur wenige so weit, den drastischen Ălpreisanstieg im Jahr zuvor dafĂŒr verantwortlich zu machen. [âŠ] Dabei liegt der Zusammenhang auf der Hand. SchlieĂlich war in den Jahren zuvor der Ălpreis bis auf 150 US-Dollar pro Barrel geklettert und hatte mit den steigenden Kraftstoffpreisen auch die Nahrungsmittelpreise in die Höhe getrieben. Je teurer die Autofahrt zur Arbeit wurde, umso schneller gerieten die mit riskanten Hypothekenfinanzierungen zum Erwerb von suburbanen HĂ€usern verleiteten unteren Mittelschichten in den USA in Zahlungsverzug, und die Hypothekenkrise nahm ihren Lauf.â
cite-note-114110. â Kathrin Brockmann, Kristin Haase, Henning Hetzer, Michael Stöck, Matthias Wolfram, Thomas Kolonko: Teilstudie 1: Peak Oil â Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen. 3. Auflage. Planungsamt der Bundeswehr, Dezernat Zukunftsanalyse, Berlin Oktober 2012, S. 56 (bundeswehr.de [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 18. Januar 2021]): âDas PhĂ€nomen der âTipping Pointsâ in komplexen Systemen ist aus der Mathematik seit langem unter dem Begriff âBifurkationâ bekannt. Tipping Points zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihrem Erreichen das System nicht mehr proportional auf Ănderungen reagiert, sondern chaotisch. In letzter Zeit wird vor allem im Bereich der Klimaforschung auf mögliche âKipp-Prozesseâ hingewiesen. [âŠ] Ăkonomien bewegen sich jedoch innerhalb eines engen Bandes relativer StabilitĂ€t. Innerhalb dieses Bandes sind Konjunkturschwankungen und andere Schocks möglich, die Funktionsprinzipien bleiben aber die gleichen und sorgen fĂŒr neue Gleichgewichte innerhalb des Systems. AuĂerhalb dieses Bandes reagiert aber auch dieses System chaotisch.â
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